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Pflanzsubstrat für Saintpaulias selbst mischen


Wer sich intensiver mit seinen Saintpaulias befasst, wird irgendwann vor der Frage stehen, welches Substrat für Usambaraveilchen am besten geeignet ist und ob man spezielle Mischungen beziehen oder auch selbst mischen kann.

In anderen Ländern gibt es bereits spezielle Substrate für Saintpaulias im Handel - bei uns in Deutschland können wir davon leider nur träumen. Doch ist es vermutlich auch günstiger, mit den verschiedenen Komponenten die Pflanzerde selbst zu mischen.

Saintpaulias lieben einen schwachsauren und salzarmen, leichten und durchlässigen Boden. 

Im Grunde ist es ausreichend, ein durchlässiges Substrat aus den drei Komponenten Blumenerde, Torf und Perlite zu mischen. Hierzu verwendet man am besten eine möglichst hochwertige Pflanzenerde oder auch Kräuter- und Aussaaterde und mischt sie mit den beiden Komponenten Torf und Perlite im Verhältnis von ungefähr 50 : 25 : 25.  


Ich selbst verwende folgende 6 Komponenten:

  • Bio-Kräuter- und Aussaaterde 
  • Torf (- diesen werde ich jedoch nach Aufbrauchen meines Vorrates durch Kokohum ersetzen)
    Wissenswert dazu ist, dass Torf einen geringeren pH-Wert hat als Kokohum. Kokohum trocknet jedoch schneller aus, bleibt dabei aber formstabil im Gegensatz zu Torf, der mit der Zeit ausschwämmt. 
  • Perlite
  • Aquariensand
  • Vermiculite
  • Sphagnum Moos


Ich mische in etwa in folgendem Verhältnis: ca. 30 % Bio-Kräuter- und Aussaaterde, 20 % Torf, 30 % Perlite - und zu ca. 20 % füge ich nach Gefühl die Komponenten Vermiculite, Sphagnum Moos und Sand hinzu, wobei ich den Anteil des Sandes am geringsten halte. 

Dieses fertige Substrat nutze ich sowohl für meine erwachsenen Saintpaulias als auch für die Jungpflanzen und auch Stecklingsbewurzelung mit sehr gutem Erfolg.

Wenn man jedoch sehr viele Pflanzen bzw. eine große Sammlung hat und seine Pflanzen mittels Dochtbewässerung - englisch auch Wickwatering - bewässert, muss das Substrat mit noch mehr Perlite versehen werden, damit das Substrat noch mehr belüftet und mehr Wasser gespeichert werden kann, denn die permanente Feuchtigkeit des Substrates würde die Wurzeln der Pflanze sonst schädigen. Hierfür empfehle ich eine Mischung unter Beimengen von bis zu 50 % Perlite.




Nachfolgend möchte ich noch kurz die Eigenschaften der benutzten Komponenten erläutern:



Bio-Kräuter- und Aussaaterde 
- diese hat einen pH-Wert von 6,0 und einen geringen Salzgehalt von max. 1 g/Liter Substrat 


Anbei ein paar Beispiele für Bio-Kräutererden, die
Ihr zum Mischen eines Substrates verwenden könnt.

torffrei - 40 Liter

Dieses Granulat halte ich für eine geeignete
Alternative - muss es aber selbst noch ausprobieren.

20 Liter (mit Torf)


Torf
Torf ist nährstoffarm und sauerstoffarm, weswegen die Zersetzung pflanzlicher Substanzen deutlich verzögert wird. Er dient als Wasserspeicher und ist mit seinem sehr niedrigen pH-Wert von 3,4 - 3,7 sehr sauer. Daher kann er wenn er zu einem zu hohen Anteil dem Substrat hinzugefügt wird, das Substrat übersäuern.

Torfquelltabletten
geeignet für die Bewurzelung von Blattstecklingen
Kokohum 
- bzw. Kokoshumus - er dient ebenfalls als Wasserspeicher und wird neuerdings als Torfersatz eingesetzt, da Torf aus Umweltschutzgründen immer seltener eingesetzt wird zum Schutz der Hochmoore, aber auch aus Klimaschutzgründen. 
Kokohum hat einen pH-Wert von 5 - 6 und einen geringen Salzgehalt. Es speichert viel Wasser und auch Luft. 
*Nach Aufbrauchen meiner letzten Torfreserven  werde ich auf Kokohum für meine Pflanzen umstellen. Da ich aber damit bisher noch keine Erfahrungen gemacht habe, muss ich natürlich dann erst einmal beobachten, wie es meinen Saintpaulias gefällt und ob ich weitere Modifizierungen vornehmen muss.

Die umweltschonende Alternative!

10 Briketts - Preisvorteil
Perlite 
sorgt für die Durchlüftung des Substrates und zur Speicherung von Wasser. Es ist pH-neutral.
Vermiculite 
enthält wichtige Spurenelemente und sorgt dafür, dass die Erde nicht vermodert, es ist darüber hinaus auch eine Art Drainage und sorgt zugleich für gesunde Wurzelbildung. Es ist pH-neutral. 
Sphagnum Moos 
pH-Wert 4,5 - 5, antibakteriell, Bodenlüftung sowie Wasserspeicher
Weißer Aquariensand 
fein - pH-neutral - macht das Substrat ein wenig durchlässiger für Feuchtigkeit - jedoch nur in geringem Anteil hinzufügen


Da im Substrat nicht allzu selten Parasiten wie Wurzelläuse und evtl. sogar Milben sowie Pilze und Viren enthalten sein können, sterilisiere ich sicherheitshalber die fertige Substratmischung vor der Verwendung mittels Hitzebehandlung in der Mikrowelle. Dazu gebe ich eine Menge von ca. 2,5 Liter in eine große Plastikschüssel und erhitze sie auf höchster Stufe für eine Dauer von 15 Minuten. In der Hälfte der Zeit entnehme ich das Substrat kurz und rühre es gut durch, damit die Hitze sich gleichmäßig verteilt.
Nach dem Abkühlen kann das Substrat dann verwendet werden.






Aufgrund von Klimaschutz und der Erschöpfung der natürlichen Ressourcen wird Torf jedoch immer weniger verwendet und in den meisten Blumenerden durch Kompost, Humus oder Holzfasern ersetzt. Diesen Blumenerden werden um Wasser speichern zu können zusätzliche Granulate hinzugefügt. Allerdings solltet Ihr dazu wissen, dass auch in Erden mit 'geringem' Torfanteil immer noch bis zu 80 % Torf verwendet wird. Herkömmliche Blumenerden verwenden bis zu 90 % Torf. 
Für Blumenerden werden als Torfersatz auch Humus hinzugefügt, welcher wiederum nährstoffreich ist. Als Zugabe zum Saintpaulia-Substrat dürfte Humus aber nicht so recht taugen, da ich fürchte, dass das Substrat dann zu nährstoffhaltig für die Usambaraveilchen werden könnte.



Ich werde auch aus oben genannten Gründen, nachdem meine Torf-Vorräte in Kürze aufgebraucht sind, den Torf durch Kokohum zu ersetzen und auch bei neu gekauften fertigen Blumenerden darauf zu achten, dass diese komplett torffrei sind. Doch erst nach der Umstellung benötige ich noch einige Monate um feststellen zu können, wie meine Saintpaulias darauf reagieren bzw. ob sie weiter gut gedeihen oder ob ich noch Modifizierungen an meiner bisherigen Mischung vornehmen muss, denn wenn ich Torf 1 : 1 durch Kokohum ersetze, wird der pH-Wert des Substrates dadurch ein wenig höher ausfallen - er dürfte aber dennoch weiterhin im schwachsauren Bereich liegen. Aber das ist bis jetzt noch Spekulation...




 
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