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Quarantänemaßnahmen


Zur Gesunderhaltung der Pflanzen einer Sammlung ist die wichtigste Maßnahme eine strenge Quarantäne.

Hierzu sollte jeder Neuzugang nach Erhalt strengstens für mehrere (mindestens 4 - 6 Wochen) separiert werden, nachdem sie mit einer guten Lupe von allen Seiten - auch der Topfunterseite - genau in Augenschein genommen und auf Schäden, Schädlinge oder sonstige Krankheitsanzeichen wie Pilzbefall etc. untersucht worden. Auch das Substrat sollte ganz genau betrachtet werden. Erscheint eine Pflanze gesund und will man nicht vorsorglich mit Gift oder sonstigen Maßnahmen eingreifen, so sollte die Pflanze dann auf jeden Fall in eine Quarantäne gestellt werden, d. h. sie sollte mindestens einen Einzelplatz in einem von den anderen Pflanzen getrennten Raum erhalten. Hände und Kleidung sind gründlich nach jedem Kontakt mit der Pflanze zu reinigen, bevor man sich wieder den anderen Pflanzen der Sammlung widmet.

Da ich selbst schon sehr bittere Erfahrung machen musste und meine komplette Sammlung durch Weichhautmilben, die schlimmsten Feinde der Usambaraveilchen - aber auch vieler anderer Pflanzen - verloren habe, reicht mir, aber auch vielen anderen Usambaraveilchensammlern diese Art der Quarantäne bei Weitem nicht aus.

Nachfolgend zeige ich alle Schritte beim Neuerhalt einer Pflanze oder auch eines Stecklings auf.

1. Pflanze auspacken
Schon diesen Arbeitsgang sollte man mit größter Sorgfalt ausführen. Am besten verwendet man bereits Einweghandschuhe, legt alte Zeitungen unter und achtet darauf, dass sauber ausgepackt wird und nach dem Auspacken alle Reste sofort in der Zeitung zusammengelegt und verbrannt oder in die Mülltonne gegeben werden. Das Auspacken sollte evtl. im Bad über der Badewanne erfolgen, damit nach dem Auspacken mitgelieferte Ungeziefer, sofern sie nicht im Zeitungspapier entsorgt werden können, sofort mittels Wasser weggespült werden, damit sie sich nicht in dem Räumen verbreiten können.

2. Pflanze mittels Lupe von allen Seiten untersuchen - die Blattunterseiten, die Wurzelhälse und auch den Topfboden nicht vergessen. 

3. Austopfen
Das Substrat wird vorsichtig von der Wurzel entfernt und - am besten mittels Lupe - auf Ungeziefer oder Pilzbefall untersucht. Sieht die Wurzel wirklich gesund aus, ohne Knötchen etc.? Befinden sich evtl. kleine Tierchen im Substrat oder an Wurzel- oder Pflanzteilen?

4. Vorsorgliche 1. Behandlung mit Vertimec oder Kiron (Akariziden)
Die komplette Pflanze oder auch der Steckling wird von allen Seiten (bei der Pflanze auch der Wurzelballen) eingesprüht oder besser noch in ein Tauchbad des Akarizides gegeben - alles muss gut nass sein. - Vorsicht: Schutzkleidung und Atemschutz tragen!!!)
Die Behandlung muss noch 2x - jeweils 4 - 5 Tage später - erneut erfolgen - denn sonst bringt sie nichts. Es ist aber von Vorteil, bei der 2. Behandlung ein anderes Akarizid zur Behandlung zu wählen, um Resistenzen vorzubeugen. Für Vertimec, welches als Laie leider so gut wie nicht zu beziehen ist, spricht jedoch, dass es sowohl ein Akarizid als auch ein Insektizid ist und somit gegen so gut wie alle verschiedenen Parasiten, also sowohl Milben als auch andere Parasiten wie Thripse, Blattläuse, Wurzelläuse etc. sehr wirksam ist. Ansonsten bleibt zur Zeit hier in Deutschland nur Kiron gegen Milben einzusetzen - und sofern Verdacht auf weitere andere Parasiten besteht, zusätzlich nach ein paar Tagen mit einem geeigneten Insektizid weitere Behandlungen durchzuführen.

5. Eintopfen in frisches Substrat
Pflanze oder Stecklinge werden nach dem Antrocknen in frisches Substrat und saubere Töpfe gepflanzt. Wenn möglich, sollte das Substrat zuvor mittels Hitze in Mikrowelle oder Backofen sterilisiert werden.

6. Quarantäne
Mindestens vier Wochen sollte eine so behandelte Pflanze, aber auch ein Steckling, trotz dieser Behandlung in separater Quarantäne gehalten und genau beobachtet werden. Denn leider kommt es gar nicht selten vor, dass Milben aber auch andere Parasiten vielleicht schon resistent gegen das verwendete Gift sind oder die Behandlung evtl. doch nicht intensiv genug war. 
Wichtig ist auch, nach Kontakt mit den neuen noch in Quarantäne befindlichen Pflanzen immer die Hände gründlich zu waschen und evtl. sogar die Kleidung zu wechseln, da Parasiten sich auch durch Körperkontakt oder Anheften an die Kleidung auf den gesunden Bestand übertragen lassen.
Nur wenn die neue Pflanze oder der Steckling nach mindestens vier Wochen gesund und kräftig wächst, darf sie/er in die Sammlung einziehen.
Bitte achtet auch auf Anzeichen für Pilzbefall, denn auch da gibt es gefährliche Arten, die die Sammlung schnell zerstören können. Im Zweifelsfalle besser auch zusätzlich noch mehrfach mit einem geeigneten Fungizid behandeln - oder gar die Pflanze oder Stecklinge besser entsorgen.

Meine Ratschläge hören sich bestimmt für einige von Euch überspannt oder paranoid an, aber ich spreche aus eigener bitterer Erfahrung, denn ich habe meine komplette Sammlung bereits einmal durch Weichhautmilbenbefall verloren.
 
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