Weichhautmilben erfolgreich bekämpfen - violetsandmore - African Violets and More

www.violetsandmore.de
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:




Weichhautmilben - wie ich sie endlich und dauerhaft los wurde





Erst als nur noch wenige Pflanzen und Jungpflanzen meiner ursprünglichen Sammlung übrig waren und ich nach weiterer intensiver Behandlung mit hochwirksamen Akariziden bei einer Kontrolle meiner Pflanzen wieder Weichhautmilben entdeckte und sie nun praktisch entmutigt und resigniert aufgab, machte ich eine entscheidende und sehr hilfreiche Entdeckung: Ich hatte zuvor immer einen riesigen Fehler gemacht!

Weichhautmilben benötigen hohe Luftfeuchtigkeit und warme Temperaturen! Über dieses Wissen verfügte ich zwar schon zuvor - doch habe ich es trotzdem nicht beherzigt. Denn ich hielt meine Usambaraveilchen - natürlich auch aufgrund der diversen unterschiedlichen Behandlungen - die meistens durch Sprühen und Gießen oder auch durch Aufbewahren bzw. Quarantäne in Zippbeuteln - in denen natürlich auch eine hohe Luftfeuchtigkeit entstand - immer in einem für die Weichhautmilben idealen feuchtwarmem Lebensraum.

Eigentlich wollte ich alle verbliebenen Pflanzen und Stecklinge wegwerfen. Doch zu dieser Zeit hatte ich aufgrund des Umstandes, dass mein Pferd sehr krank geworden war und ich so fast meine komplette Zeit über Wochen und Monate bei meinem Pferd verbrachte, um es wieder aufzubauen und weder Zeit noch Lust hatte, mich weiter um meine Pflanzen zu kümmern, es aber auch nicht wirklich übers Herz brachte, einfach alle verbliebenen Pflanzen zu entsorgen, obwohl mein Verstand mir mittlerweile dazu riet, irgendwie einfach das Interesse verloren.

So beschloss ich, einfach mal abzuwarten und alles zunächst ruhen zu lassen. Meistens hatte ich aber weder Zeit noch Lust für die Pflege meiner letzten Pflanzen. Ich warf nach und nach immer mehr Pflanzen und Stecklinge weg, die aufgrund von Milbenschäden aber auch Wassermangels eingegangen waren. Es herrschte quasi Dürre in meinem Pflanzenzimmer! Ich lüftete häufig und hielt sie trocken - ohne mir viele Gedanken über sie zu machen. Sie waren mir zu dieser Zeit fast völlig egal, denn ich war wirklich sehr niedergeschlagen darüber, dass die Weichhautmilben trotz aller Mühen immer wieder zurückgekehrt waren.
 
Nach einiger Zeit bemerkte ich jedoch, dass die Pflanzen, die nicht völlig abgestorben waren, neu austrieben. Sie waren aufgrund der Trockenheit zwar schwach, aber sie gingen nicht weiter kaputt. Nun untersuchte ich auch wieder die Pflanzen mit der Lupe um Anzeichen für Milben zu finden - doch wider Erwarten konnte ich nicht eine einzige Milbe finden! Jeden Tag war ich erstaunter - blieb jedoch weiterhin sehr misstrauisch. Vielleicht versteckten sie sich ja auch einfach nur immer besser! Doch ich fand bis heute trotz fast täglicher intensiver Kontrollen keine einzige Milbe mehr.
 
Dann fiel mir ein, dass eine liebe Pflanzenfreundin, die auch immer wieder Usambaraveilchen, Streptocarpus und andere Gesnerien in Tauschforen mit diversen Pflanzenfreunden aus vielen Ländern austauschte - noch nie Probleme mit Weichhautmilben gehabt hatte. Ich wusste, dass sie öfters mal erzählte, dass ihr diese und jene Pflanze aufgrund mangelnder Pflege bzw. mangels Wasser, zugrunde gegangen war - doch alle Pflanzen, die sie bis zur Blüte brachte und in Foren präsentierte, wiesen keine Schäden auf und wirkten gesund. Sie hielt es mit dem Gießen nicht so und pflegte ihre Pflanzen nur sporadisch mal aufgrund Zeitmangels - und trotz häufigem Tauschens hatte sie niemals Probleme mit Weichhautmilben und hatte niemals Akarizide verwendet!
 
Das ließ mich nun doch hoffen und bestärkte mich darin, meinen Versuch mit meinen letzten Pflanzen und auch Stecklingen weiterzuführen. Ich behielt für mehrere Monate die Trockenheit und mangelnde Pflege bei - verlor zwar noch etliche Jungpflanzen und auch Stecklinge aufgrund von Schwäche und Trockenheit, doch fand ich trotz aller Kontrollen nie mehr auch nur eine einzige Milbe.
 
Bis zum zeitigen Frühjahr bangte ich, denn ich hatte große Angst, dass nun wenn ich wieder regelmäßig mit Gießen beginnen würde und erste Jungpflanzen von im Herbst gepflanzten Stecklingen separiert werden würden, die Weichhautmilben wieder auftauchen bzw. aktiv werden könnten. Denn Weichhautmilben sind auch oft im Winter weniger aktiv - um dann im Frühjahr wenn das Pflanzenwachstum erneut beginnt, umso härter wieder zuzuschlagen.
 
Doch irgendwann musste ich ja wieder regelmäßig gießen, damit die Jungpflanzen auch endlich wachsen und blühen würden und sich auch meine letzten verbliebenen größeren Pflanzen wieder erholen könnten.
 
Mit gemischten Gefühlen nahm ich also meine gewöhnliche Pflege wieder auf - und zu meiner großen Freude blieben auch nach dem Separieren der Jungpflanzen die gefürchteten Weichhautmilben aus. Endlich habe ich es wirklich geschafft und bin der Weichhautmilbenplage Herr geworden! Alle Jungpflanzen und auch die letzten geretteten größeren Pflanzen wachsen und erholen sich nun wieder und erste Blüten erscheinen endlich. Endlich steht dem Neuaufbau meiner Saintpaulia-Kollektion nichts mehr im Wege!

Wenn ich daran denke, wieviel Zeit, Geld und Nerven mich all die anderen Maßnahmen und Gifte gekostet haben - und nun die Lösung - quasi kostenlos sich mir eher zufällig erschlossen hat!
 
Ich kann jedem Pflanzenliebhaber nur raten, bei Neuanschaffungen - egal woher die Pflanzen und/oder Stecklinge stammen - immer größten Wert auf eine mehrwöchige Quarantäne zu legen und eventuell sogar für alle Neuanschaffungen prophylaktisch geeignete Akarizide und/oder auch Insektizide bzw. auch Fungizide - je nach Krankheitsbild oder auch nur Verdacht darauf - einzusetzen.
 
Sollte ich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen je wieder Weichhautmilben in meine Sammlung einschleppen, so wird vermutlich meine erste und einzige Behandlung sein, meine gesamte Sammlung sofort wieder unter Quarantäne zu stellen und für absolute Trockenheit und häufige Belüftung zu sorgen - in der Hoffnung, die Weichhautmilben wieder so erfolgreich bekämpfen zu können. Doch ich drücke mir nun selbst die Daumen, dass das nie wieder der Fall sein wird...
 
Ich würde mich freuen, wenn Euch meine Erfahrung mit dieser Methode im schlimmsten Fall hilfreich dienen würde.






<-- zurück             nach oben

 
Suchen
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü