Gall- bzw. Weichhautmilbenbefall - violetsandmore - African Violets and More

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Weichhautmilben

Die Schäden, die durch Weichhautmilbenbefall verursacht werden, sind vielfältig. Oftmals wird ein Befall anfangs mit Schäden durch viralen oder auch pilzlichen/bakteriellen Befall verwechselt und erst, wenn es bereits fast zu spät ist, erkannt. Daher ist es sehr wichtig, sich mittels einer guten Lupe oder gar eines Mikroskops (auch sehr gut geeignet sind hier kleine Taschenmikroskope) schon bei ersten Krankheitsanzeichen einer Pflanze auf die Suche nach den Verursachern der Schäden zu machen.

Diese halten sich meist in den Blattachseln, unter den Blättern, an und in Blüten und Knospen oder am Stamm der Pflanze, aber auch im Substrat, an den Pflanzenwurzeln und unter den Pflanztöpfen auf - sind aber auch mittels Lupe oft nicht einfach zu finden.

Weichhautmilben, die u. a. auch als Gallmilben oder Erdbeermilben bezeichnet werden (im Englischen als 'Broad Mite' und/oder 'Cyclamen Mite' bezeichnet) - gehören zu den spinnenartigen Tieren  (lat. 'Arachnida')Es gibt fast 50 verschiedene Arten von ihnen. Die wichtigsten Arten sind die Cyclamenmilbe (Tarsonemus pallidus) und die Breitmilbe (Hemitarsonemus latus).  Da sie sehr klein sind (0,1 - 0,3 mm), sind sie mit bloßem Auge fast nicht zu erkennen.  Sie ernähren sich vom Pflanzensaft ihrer Wirtspflanzen, zu denen u. a. auch Saintpaulias und Streptocarpus, aber auch viele andere Pflanzengattungen gehören sowie Zwiebel- bzw. Knollengewächse. Leider sind Weichhautmilben nur sehr schwer zu bekämpfen, so dass es oftmals der einzige Weg ist, den kompletten Pflanzenbestand zu vernichten. Anders als ihre Artgenossen, die Spinnmilben, die ein trockenes Klima benötigen, lieben Weichhautmilben hohe Luftfeuchtigkeit. Bevorzugt werden junge Triebe sowie Knospen und Früchte, jedoch gibt es auch Arten, die bevorzugt Wurzeln und Stamm der Pflanze befallen.

Meist verbreiten sie sich in Kolonien - aber auch Einzeltiere, die ihre Eier an noch gesunden Pflanzen ablegen, sorgen dafür, dass die Ausbreitung rasch über den gesamten Pflanzenbestand weiter erfolgt.

Die Schäden an den befallenen Pflanzen werden dadurch verursacht, dass die Milben beim Saugen an den Pflanzenteilen gleichzeitig ein Gift abgeben, welches zu den sichtbaren Schäden führt. Befallene Pflanzen werden auch oft zusätzlich durch die Milben noch mit verschiedenen Viren und Bakterien infiziert, die an der Pflanze dann zu weiteren Krankheiten und sowie auch zu Pilzbefall führen.


Entwicklungszyklus der Weichhautmilbe

Weichhautmilben vermehren sich durch Eier. Diese sind transparent und haben je nach Milbenart eine Größe von ca. 0,07 - 0,12 mm. Sie werden meist in Vertiefungen der Blattunterseite oder auf Früchten/Blüten abgelegt - ich konnte sie jedoch auch auf der Blattoberseite finden (s. Foto unterhalb - auf einer Streptocarpus-Jungpflanze). Dabei werden sie fest mit dem Pflanzengewebe verklebt. Die Larve schlüpft je nach Klima, Temperatur und Jahreszeit sowie nach der Milbenart nach ca. 2 - 10 Tagen. 

Die Larve besitzt nur 6 Beine und ist ein wenig kleiner als die erwachsene Milbe. Ohne Häutung entwickelt sie sich zur Nymphe, die aussieht, wie die Larve, jedoch ohne Beine. Sie nimmt in diesem Stadium keine Nahrung auf - erst wieder nach der Entwicklung zur adulten Milbe, die 4 Beinpaare besitzt. Unter günstigen Bedingungen beträgt der Entwicklungszyklus von Ei zu Ei ca. 10 Tage. Die adulten Tiere können Farben von durchschimmernd weiß, über gelb/bernstein bis grünlich/oliv aufweisen. 

Das Weibchen beginnt einen Tag nach der Begattung mit der Eiablage, ihre Lebenszeit beträgt zwischen 10 und 30 Tagen, Männchen leben ein paar Tage länger. Je nach Jahreszeit werden täglich bis zu sieben Eier - etwa 15 bis 70 Eier pro Lebenszeit abgelegt. Aus unbefruchteten Eiern entstehen Männchen, aus befruchteten Weibchen, wobei das Verhältnis hier in etwa 1 : 3 beträgt. Im Winter nimmt die Vermehrungsrate stark ab - beginnt jedoch ab dem Frühjahr wieder rasant.



Schadbilder an befallenen Pflanzen

- eingerollte, verknorpelt wirkende Blätter und junge Triebe
- Verkrüppelung und Vertrocknung der Blüten oder sogenanntes 'Blühen unter dem Laub'
- Blattkräuselungen
- Verkümmern und Braunfärbung des Vegetationspunktes
- Triebstauchungen
- Kleinblättrigkeit
- Wachstumsstillstand

Anhand der Fotos in der Galerie habe ich bereits einige typische Schäden durch Weichhautmilbenbefall an Pflanzen und Jungpflanzen aufgezeigt. Die Zerstörung eines ganzen Bestandes kann so innerhalb von kurzer Zeit in rasantem Tempo erfolgen.


Die Übertragung von Weichhautmilben auf den Pflanzenbestand erfolgt meist durch neu eingekaufte Pflanzen oder auch Stecklinge, die aus kontaminierten Quellen stammen. Leider gibt es unter den Pflanzenliebhabern und -sammlern viele kontaminierte Bestände. Einige Liebhaber halten ihre Sammlungen mit ständigem Einsatz von Raubmilben, die die Weichhautmilben, nicht jedoch die Pflanzen fressen, im Zaume. 

Jedoch können Pflanzenteile mit Eiern oder Weichhautmilben sehr leicht auch aus diesen Beständen ihren Weg in die eigene Sammlung finden. Daher ist eine strenge Quarantäne und evtl. sogar der vorsorgliche Einsatz von Akariziden in mehrfachen Intervallen für alle Neuzugänge, egal aus welcher noch so seriösen Quelle sie stammen mögen, der beste und auch einzige Weg, um zumindest die Einschlepplung von Weichhautmilben auf diesem Wege ausschließen zu können. 



Verschiedene Weichhautmilben wie die Erdbeer- oder Zyklamenmilben leben auch im Freien und breiten sich dort in den Sommermonaten auf Garten- und Gemüsepflanzen aus. So können sie auch durch Menschen an Haut oder Kleidung oder mit dem geernteten Obst und Gemüse wegen ihrer geringen Größe nur allzu leicht selbst in die eigene Pflanzensammlung mitgenommen werden. Aber auch durch gekauftes Obst und Gemüse finden sie manchmal den Weg in den Haushalt. Auch reisen Weichhautmilben zuweilen als blinde Passagiere auf anderen fliegenden Insekten mit, die dann evtl. auf diesem Wege durch geöffnete Fenster oder Türen Einlass in die Wohnung oder Pflanzenzimmer finden.

Milben können nicht mit einem herkömmlichen Insektizid vernichtet werden, sondern es bedarf eines speziell geeigneten Akarizids. Allerdings sind auch nicht alle Akarizide geeginet, um Weichhautmilben zu töten - eine Behandlung mit einem ungeeigneten Mittel bleibt somit erfolglos. Es gibt allerdings auch Gifte, die sowohl als Insektizid sowie gleichzeitig als Akarizid sehr wirksam gegen fast alle Schädlinge einsetzbar sind. Diese sind jedoch für den Laien leider so gut wie gar nicht erhältlich oder nur in winzigen Mengen. 

Die Behandlung mit einem geeigneten Akarizid (gr. akari: Milbe; lat. caedere: erschlagen, töten) muss mehrfach und sehr gründlich erfolgen. Mindestens drei bis vier Behandlungen im Abstand von jeweils 4 - 5 Tagen sind für gewöhnlich erforderlich, um alle Weichhautmilben zu vernichten. Überlebt nur eine einzige weibliche Weichhautmilbe, so beginnt der ganze Schrecken bereits nach kurzer Zeit von vorne.







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